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Die Spiegelprinzessin

Die Spiegelprinzessin

 

Als es noch Dinosaurier gab, regierte die Schlangenkönigin Senka im Land der fünf verwunschenen Seen. Sie hatte erfahren, dass im Reich der Leopardenkönigin Polerda eine Prinzessin wohnte, die Spiegel über alles liebte. Senka nannte sie heimlich die Spiegelprinzessin, obwohl ihr Name Moria war. Moria tat den ganzen Tag nichts anderes, als die Spiegel im Schloss der Königin Polerda zu putzen, oder auf die Wasseroberfläche der verwunschenen Seen zu schauen, da sie die Spiegelungen so liebte. Polerda machte es, Moria in ihrer Nähe zu haben und mit der Zeit wurden die Leopardenkönigin und Moria beste Freundinnen. Sie gab Moria auch ein Zimmer in ihrem Schloss: ihr eigenes Spiegelzimmer. Polerda sprach zu ihren Leopardenwachen: „Hört mir zu, ich verlange von euch, dass ihr Moria gut bewacht.“

Moria ging immer öfter zu den Seen hinaus. Polerda fragte Moria eines Tages: „Meine liebe Freundin, was ist los?“

Moria antwortete: „Ach, meine liebe Königin, ich sehne mich nach einer eigenen Familie, doch interessiert mich hier kein Mann.“

„Der richtige Mann wird schon noch kommen“, sprach Polerda und schickte die Nachricht aus, sie würde einen jungen Mann für ihre beste und geliebte Freundin Moria suchen.

 

Die Zeit verging, ein junger Mann nach dem anderen stellte sich der Königin und Moria vor, doch keiner schien gut genug zu sein.

Traurig ging sie wieder zu den verwunschenen Seen. Sie träumte von einem Geliebten und freute sich über die Wasserspiegelungen, als ihr Blick auf ein Piratenschiff fiel, von dem aus ein blauer Papagei zu ihr flog. Moria erschrak und fiel ins Wasser. Der Papagei krächzte: „Prinzessin voraus! Hilfe! Hilfe!“ Einer der Piraten namens Ratip hörte die Worte und sprang ins Wasser, um die Frau zu retten.

Der Papagei rief dann etwas später aus: „Geschafft! Geschafft! Seht, wie sie wieder lacht.“

 

Die Königin Polerda gab zum Dank ein Fest und erklärte den Piraten: „Moria ist eine Prinzessin und meine aller liebste Freundin. Doch ist sie zurzeit etwas traurig, denn sie sehnt sich nach einem starken und lieben Mann.“ Ratip hörte gut zu, denn er hatte sich in Moria verliebt.

 

Spät in der Nacht bemerkte einer der Leopardenwächter, dass die Piraten versuchten, Polerdas Gold zu klauen und er brüllte: „Königin, Königin, die Piraten schleichen zur Schatzkammer!“ Sofort flohen die Piraten zu den Seen. Die Leoparden der Königin Polerda verfolgen sie, aber bevor sich auch nur in die Nähe des Piratenschiffes kamen, tragen sie auf die Schlangenkönigin Senka. Ihr Anblick machte ihnen Angst, denn auf  Senkas Kopf schlängelten gefährliche Schlangen. Ein Fingerschnippen Senkas reichte aus, damit die Schlangen gehorchten. Die Piraten hörten das Jaulen der Leoparden und flohen zurück zum Schloss der Leopardenkönigin.

 

Dort angekommen, berichteten sie Polerda voller Angst von der Schlangenkönigin. „Was sagt ihr Räuber? Meine geliebten Leoparden sind tot? Von einer Schlangenfrau? Habt ihr zu viel Wein getrunken?“

Polerda glaubte ihnen nicht. Sie und Moria ritten zu den fünf verwunschenen Seen. Dort angekommen, tragen sie tatsächlich auf die Schlangenfrau, die sprach: „Ich bin die Schlangenkönigin Senka. Und du?“

„Die Leopardenkönigin Polerda.“

„Nun, Polerda, dies ist mein Reich. Lange schon beobachte ich die junge Frau neben dir. Sie putzt stets einen Handspiegel und freut sich dabei über die Wasserspiegelungen. Ich hasse sie: ihre Jugend, ihre Schönheit, ihre Freude. Ich will sie haben. Gib sie mir. Sie soll mir gehören, damit ich mich an ihrem Schmerz erfreuen kann und niemand außerhalb meines Reiches sich jemals wieder hierher verirrt. Gis sie mir, oder ich töte die Piraten, denn ich sehe dass die Spiegelprinzessin einen der Piraten verliebt ansieht. Ihr Herz werde ich brechen, so wahr ich die Schlangenkönigin bin.“

 

Die Leopardenkönigin Polerda bat Senka um Bedenkzeit.

„Nein, die werdet ihr nicht bekommen“. Sprach Senka und wollte ihre Schlangen gerade ein Zeichen geben, als Polerda flüsterte: „Verzeih mir, Moria, aber für das Wohl meines Volkes werde ich keinen Krieg beginnen. Gehe zu ihr.“

Senka hörte dies gerne und war kurz abgelenkt. Diesen Moment nutzte Polerda, um einen ihrer Leoparden ein Zeichen zu geben. Er schlich sich ganz leise und behutsam hinter Senka und griff zu. Der blaue Papagei sah ebenfalls Polerdas Zeichen und flog so schnell er konnte zu Senka. Im Sturzflug pickte er auf die Schlangen auf ihrem Kopf ein, sodass sie starben. Die Macht der Schlangenkönigin war damit gebrochen und der Fluch der Seen auch. Senka wurde in einen Käfig gesperrt und auf das Piratenschiff gebracht. Ratip sprach daraufhin: „Meine Königin Polerda, gerne würden wir diese Schlangenfrau als Dienerin mitnehmen und verkaufen. Außerdem bitte ich dich, Moria heiraten zu dürfen.“

 

Die Leopardenkönigin freute sich. Es gab eine Hochzeit mit sehr vielen Spiegeln. Die Rahmen waren aus Gold. So glänzten nicht nur Morias Augen, sondern auch Ratips. Außerdem schenkte Polerda den beiden ihr eigenes Spiegelhaus, und wenn sie nicht gestorben sind, putzt Moria immer noch die Spiegel und Ratip die Rahmen.

 

 

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